Was ist Hypnose überhaupt?
Hypnose lässt sich nicht gut als „künstlicher Schlaf“ beschreiben. Vielmehr richtet sich die Aufmerksamkeit stärker auf bestimmte innere Vorgänge: Gedanken, Vorstellungen, Erinnerungen oder körperliche Empfindungen.
Vielleicht kennen Sie aus dem Alltag, wie sehr Sie sich in ein Buch vertiefen können. Oder wie bereits eine lebhafte Vorstellung einer unangenehmen Situation eine körperliche Reaktion auslöst. Das sind keine therapeutischen Hypnosen. Sie zeigen aber, wie Aufmerksamkeit und Vorstellungen unser Erleben beeinflussen können.
In meiner Arbeit leite ich Übungen mit Aufmerksamkeit und Vorstellungen an. Ob diese Vorgehensweise bei Ihrem Anliegen in Betracht kommt, besprechen wir nach einer sorgfältigen Einordnung Ihrer Beschwerden.
Wie fühlt sich Hypnose an?
Manche Menschen erleben deutliche Entspannung. Ein Arm fühlt sich schwerer oder leichter an, das Zeitgefühl verändert sich oder innere Bilder werden lebendiger. Andere hören jedes Wort, denken zwischendurch nach und fragen sich: Bin ich jetzt überhaupt hypnotisiert?
Es gibt keinen einzigen richtigen Zustand, den Sie erreichen müssen. Hypnose und Entspannung sind nicht dasselbe. Sie müssen sich nicht angestrengt bemühen, möglichst ruhig zu werden.
Eine möglichst tiefe Trance ist für mich kein Therapieziel.
Was wir therapeutisch damit tun können
Unser Erleben besteht nicht nur aus bewusstem, vernünftigem Denken. Vorstellungen, Erwartungen, Erinnerungen und körperliche Reaktionen spielen ebenfalls eine Rolle.
Je nach Anliegen kann es darum gehen, eine Situation in der Vorstellung zu erleben, Empfindungen genauer wahrzunehmen, mit inneren Bildern zu arbeiten oder andere Möglichkeiten des Reagierens zu erproben. Hypnose ist dabei eine Methode innerhalb einer Behandlung und kein Versprechen auf ein bestimmtes Ergebnis.
Was wir konkret tun, ergibt sich aus Ihrem Anliegen – nicht aus einem fertigen Hypnoseskript.
Wie begleite ich Sie während der Hypnose?
Ich begleite die Hypnose überwiegend mit Worten und leite dazu an, Ihre Aufmerksamkeit nach innen zu richten – etwa auf Vorstellungen oder Empfindungen. Sie können zuhören und sich Ihrem eigenen Erleben zuwenden. Sie müssen dabei nicht fortlaufend sprechen oder beschreiben, was Sie wahrnehmen.
Ein Gespräch während der Hypnose steht bei meiner Arbeitsweise meist nicht im Mittelpunkt. Rückmeldungen sind dennoch möglich: Wenn Sie etwas sagen möchten, eine Frage haben oder eine Pause brauchen, können Sie sich mitteilen. Wie Sie mir ein Zeichen geben können, besprechen wir vorher.
Ihre Zustimmung bleibt wichtig.
Sie entscheiden, ob wir mit Hypnose arbeiten, und können Ihre Zustimmung jederzeit zurücknehmen. Vorher besprechen wir, wie Sie eine Unterbrechung signalisieren. Hypnose wird unterschiedlich erlebt; auch unangenehme Gefühle können auftreten.
Das Schließen der Augen ist keine zwingende Voraussetzung. Auch Gedanken oder Skepsis müssen nicht verschwinden. Menschen unterscheiden sich darin, wie sie auf Hypnose reagieren; wir müssen keinen Zustand erzwingen.
Hypnose ist kein Wahrheitsserum. Sie entscheiden selbst, was Sie erzählen möchten. Am Ende leite ich Ihre Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Umgebung. Sie bleiben nicht dauerhaft in Hypnose „stecken“.
Erinnerungen sind keine Videoaufnahmen.
Hypnose ist kein zuverlässiges Verfahren, um festzustellen, was in der Vergangenheit tatsächlich geschehen ist. Erinnerungen können unvollständig, verändert oder von Erwartungen beeinflusst sein.
Deshalb behandle ich etwas, das während einer Hypnose erinnert oder vorgestellt wird, nicht automatisch als historische Tatsache. Ich setze Hypnose nicht ein, um vermeintlich verschüttete Erinnerungen als Wahrheit „ans Licht zu holen“.
Eine gezielt erzeugte Erinnerungslücke gehört ebenfalls nicht zu den Zielen meiner Arbeit.
Eine Sitzung beginnt mit Zuhören.
Zuerst sprechen wir: Was belastet Sie? Seit wann? Wie wirkt es sich auf Ihren Alltag aus? Was soll sich verändern? Wenn Hypnose sinnvoll erscheint, erkläre ich das geplante Vorgehen und wir klären Ihre Fragen.
Danach leite ich Ihre Aufmerksamkeit schrittweise stärker nach innen. Wie wir weiterarbeiten, richtet sich nach dem vereinbarten Ziel und Ihrem Erleben. Am Ende orientieren Sie sich wieder im Hier und Jetzt. Anschließend besprechen wir die Erfahrung und ihre Bedeutung für die weitere Arbeit.
Es gibt deshalb nicht die eine Hypnose gegen Angst oder zum Einschlafen, die ich unabhängig vom Menschen immer wieder abspiele.
Termindauer, Honorar und praktische FragenManchmal hypnotisiere ich Sie nicht.
Sie können ausdrücklich wegen Hypnose zu mir kommen. Trotzdem kann sich herausstellen, dass zunächst das Gespräch wichtiger ist, dass medizinische Fragen geklärt werden sollten oder dass eine andere Behandlung besser zu Ihrer Situation passt.
Hypnose kann unangenehme Empfindungen oder belastende Gefühle auslösen. Deshalb besprechen wir relevante Vorerkrankungen und Erfahrungen und prüfen sorgfältig, ob und wie wir damit arbeiten.
Ich arbeite mit Gesprächstherapie und Hypnose. Welche Methode im Vordergrund steht, entscheidet sich an Ihrem Anliegen. Sie kommen nicht zu mir, damit ich unbedingt eine Methode anwende, sondern weil Sie therapeutische Unterstützung suchen.
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