Fahrangst: wenn die Strecke das Leben bestimmt
Autobahn, Brücken, Tunnel, Stau oder bestimmte Strecken können starke Anspannung auslösen. Manchmal entsteht Fahrangst nach einem belastenden Erlebnis, manchmal ohne einen einzelnen erkennbaren Auslöser.
Ein fiktives Beispiel: Ein Mensch fährt seit zwanzig Jahren Auto. In der Stadt und auf der Landstraße gibt es keine Probleme. Doch auf der Autobahn werden die Hände feucht. Der Blick richtet sich immer stärker auf die Ausfahrten. Der Gedanke taucht auf: Was, wenn ich hier eine Panikattacke bekomme?
Beim nächsten Mal wird die Autobahn vermieden. Der Umweg wird länger, Besuche werden komplizierter. Das Problem ist nicht fehlendes Wissen über das Autofahren. Interessant ist, was in genau dieser Situation geschieht.
Wir schauen auf Auslöser, Befürchtungen und Reaktionen. Ein Ziel könnte sein: Ich möchte meine Tochter wieder mit dem Auto besuchen können. Wie die Schritte dorthin aussehen, wird individuell und unter Beachtung der Verkehrssicherheit besprochen. Hypnose findet selbstverständlich nicht während des Fahrens statt.
Flugangst: nicht nur eine Frage der Statistik
Viele Betroffene wissen, dass Fliegen als sicher gilt. Was ihnen Angst macht, sind beispielsweise Turbulenzen, Enge, Kontrollverlust oder die Vorstellung, die Situation nicht verlassen zu können.
Deshalb lohnt sich ein genauer Blick: Was geschieht beim Buchen, am Flughafen oder an Bord? Welche Bilder entstehen im Kopf? Und welche Befürchtung steckt dahinter? Das gemeinsame Ziel wird konkreter, wenn wir wissen, welche Reise wieder möglich sein soll.
Prüfungs- und Leistungsangst
Eigentlich ist das Wissen vorhanden. Doch je näher die Prüfung oder Präsentation rückt, desto stärker wird die Anspannung. Was ist, wenn plötzlich alles weg ist? Solche Erwartungen können selbst zu einem Teil des Problems werden.
Wir können mit inneren Vorstellungen, dem Umgang mit Anspannung und den Anforderungen arbeiten, die Sie an sich selbst stellen. Dabei geht es auch darum, vorhandene Fähigkeiten unter belastenden Bedingungen nutzen zu können. Eine Vorbereitung auf den Prüfungsstoff ersetzt die Therapie nicht.
Weitere konkrete Ängste
Höhen, Tiere, medizinische Situationen oder enge Räume können ebenfalls ausgeprägte Angstreaktionen auslösen. Nicht jede Angst ist automatisch eine psychische Störung, und nicht jede konkrete Angst gehört zur gleichen Diagnose.
Deshalb schauen wir zuerst darauf, wie stark Sie beeinträchtigt sind und was Sie verändern möchten. Wenn die Angst mehrere Lebensbereiche umfasst oder Panikattacken im Vordergrund stehen, ist eine breitere Einordnung wichtig.
Mehr über Angststörungen und PanikVorstellungen ernst nehmen – und weitergehen
Bereits der Gedanke an eine gefürchtete Situation kann eine körperliche Reaktion auslösen. Bei hypnosetherapeutischen Übungen bitte ich Sie beispielsweise, eine Vorstellung zu beschreiben und Ihre Empfindungen dabei mitzuteilen. Das beschreibt ein Vorgehen und bedeutet nicht, dass sich dadurch eine Phobie nachweislich bessert.
Eine angstärmere Vorstellung allein bedeutet aber noch nicht, dass die Situation im Alltag wieder bewältigt werden kann. Bei spezifischen Phobien ist die verhaltenstherapeutische Exposition eine gut untersuchte Behandlung. Hypnose stelle ich hier nicht als gleichwertigen Ersatz dar.
Ob hypnosetherapeutische Arbeit in Ihrem Fall sinnvoll ist und wie sie sich in ein geeignetes Vorgehen einfügen kann, klären wir gemeinsam. Es gibt keine Zusage, nach einer Sitzung angstfrei zu sein.
Was würden Sie wieder tun, wenn die Angst weniger bestimmen würde?
Vielleicht mit Ihrer Familie fliegen. Eine Präsentation halten, ohne schon eine Woche vorher kaum schlafen zu können. Oder einen Besuch machen, den Sie bisher aufschieben.
Am Anfang der Behandlung stehen konkrete Fragen: Was löst Ihre Angst aus? Was geschieht dann? Was befürchten und vermeiden Sie? Was möchten Sie wieder tun können?
Falls Sie Bedenken haben, während einer Hypnose die Kontrolle zu verlieren: Das ist eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden.
Was während einer Hypnose tatsächlich passiert